EuroCUT Tipps und Tricks

Tipp 2: „OPOS-Schneiden - Aufkleberproduktion mittels Plotter mit optischem Sensor”

EuroCUT Professional 6 und Basic 6 sind prädestiniert für die „Print & Cut” Produktion von Aufklebern und Stickern auf selbstklebendem Material. Mit dem Begriff „Print & Cut” ist gemeint, dass erst das Medium bedruckt wird und anschließend die Aufkleber mit einem Schneideplotter konturiert geschnitten werden. Der verwendete Schneideplotter sollte dazu mit einem optischen Sensor ausgestattet sein, der in der Lage ist so genannte Justier- oder Registriermarken zu erkennen, damit Druckungenauigkeiten vor dem Schneiden kompensiert werden können. Für den „Print & Cut”-Prozess spielt es keine Rolle mit welchem Verfahren das Material bedruckt wurde im Siebdruck oder im digitalen Ink-Jet-Druck.

Begriffserläuterung: OPOS - Summa Bezeichnung für Optical POsitioning System; also Optisches Positioniersystem

1. Schritt: Job-Vorbereitung

Der Job wird mit EuroCUT Professional 6 oder Basic 6 vorbereitet. Alle Werkzeuge, die zur Aufkleberproduktion benötigt werden sind Bestandteil unserer Software. Unter Verwendung der CoRUN-Exportfunktion aus den Host-Programmen CorelDRAW, Freehand, Illustrator und AutoCAD können Fremddaten in EuroCUT importiert und verarbeitet werden.

screenshot1.gif
Abb. 1: Job-Vorbereitung in EuroCUT Professional 6

Unter Einsatz der Spezialfunktionen 1. Konturfunktion, 2. Klonen, 3. Mehrfachkopien und 4. Justiermarken setzen wird der Job zum Drucken vorbereitet. Das Drucken kann direkt aus EuroCUT 6 erfolgen, wenn PjanntoRIP oder PosterPrint als Druckprogramm installiert sind. Wenn ein anderes RIP als die genannten im Einsatz ist, ist der EPS (OPI)-Export zu benutzen, um die Jobdaten zum Drucken aufzubereiten.

Tipp: Für die Erzeugung von identischen Nutzen, sollte das „Klonen”-Werkzeug verwendet werden. Damit ist sichergestellt, das die Datenmenge klein und die Verarbeitungsgeschwindgkeit hoch bleibt.

Damit der Schneideplotter den gedruckten Job konturiert schneiden kann, müssen herstellerspezifische Justiermarken benutzt und mitgedruckt werden! Die Einstellung der Justiermarken erfolgt über das Menü Einstellungen/Grundeinstellungen/Passer-/Justiermarken in EuroCUT.

Grenzen: EuroCUT Basic 6 hat keine Bildverarbeitungswerkzeuge. Die Bildverarbeitung muss in einem Hostprogramm wie z. B. Photoshop vorgenommen werden. Anschließend werden die Bilddaten in EuroCUT Basic importiert und weiterverarbeitet.

screenshot2.gif
Abb. 2: Grundeinstellungs-Menü in EuroCUT mit der Auswahl der OPOS-Justiermarken

Jeder Plotterhersteller verwendet eigene Markenformen und Anzahlen für die Justiermarken, die von dem optischen Sensor erkannt werden.

collage1.gif
Abb. 3: Auswahl von unterschiedlichen Justiermarken (je nach Plotterhersteller)

Nachdem die herstellerspezifischen Justiermarken vorausgewählt wurden, können die Justiermarken - um den kompletten Job herum - gesetzt werden, damit sie im 2. Schritt Bestandteil des Druckjobs werden. Der Tastenkombination für diese Funktion in EuroCUT  ist „Umschalt + j”.

screenshot3.gif
Abb. 4: Werkzeug-Menü zum Setzen der Justiermarken

2. Schritt: Der Druckprozess

Die Druckverarbeitung geschieht entweder im Siebdruck oder im digitalen Ink-Jetdruck mit Lösungsmitteltinte. Das RIP sorgt für das Rastern, die Linearisierung und die Dichtekorrektur. Außerdem werden die Steuerungsparameter wie Heizungstemperatur, Auflösung etc. verwaltet. Der moderne Lösungsmittelprinter druckt auf unbeschichtete Materialien, die häufig nicht laminiert werden müssen. Alle, die keinen eigenen Drucker haben, können die Druckverarbeitung auch an einen externen Dienstleister delegieren.

3. Schritt: Der Schneideprozess

Aktuell verfügen alle hochwertigen Schneideplotter über einen OPOS-Sensor, so dass mit diesen Geräten einen Serienproduktion von Aufklebern möglich ist. Der Schneideplotter verarbeitet dabei die Konturlinie - nicht zu verwechseln mit Outline! - die in der Jobvorbereitung um die Nutzen erzeugt wurde. Abb. 8 zeigt die magentafarbenen Konturlinien, die geschnitten werden.

t-head.jpg
Abb. 5: Summa S-Class Schneidekopf mit OPOS-Sensor und Tangentialmesser

Die oben beschriebenen Schneideplotter sind in der Lage Bogenware oder Rollenware zu verarbeiten. Die EuroCUT 6-Plottertreiber unterstützen beide Funktionen. Abb. 6 und 7 zeigen die Treiber-Parameter für das Schneiden mit OPOS-Sensor, für die Verarbeitung von identischen Job-Kopien bei Rollenware und für Bogenware (Abb. 7).

screenshot4.gif
Abb. 6: Parameter-Einstellung "OPOS=AN" bei OPOS-Schneideplotter Summa S-Class

Hinweis: Der Parameter „Opos” wird bei der Verwendung der passenden Marken automatisch auf „An” gesetzt. Bei der Verarbeitung von identischen Kopien von Jobs auf Rolle mit Jusitermarken, ist der Modus „Schneiden OPOS mit Kopien” zu verwenden (s. Abb 7). Hier kann zusätzlich die Anzahl der Kopien in X-Richtung angegeben werden, sowie der Markenabstand zwischen den Kopien in mm.

screenshot5.gif
Abb. 7: Parameter-Einstellung bei identischen Job-Kopien von der Rolle (auch mit Bogen möglich, wenn der Parameter „Bogen=An” gesetzt wird)

screenshot6.gif
Abb. 8: Schneidekonturen in der Schneidevorschau (die graue Kontur unten links, wird für „Flexcut”-Stanzen benötigt)

Das Ergebnis dieses Prozesses sind fertige Aufkleber in individueller Anzahl und Größe. Um die Aufkleber waschstraßenfest zu bekommen, sollten sie mit einem Flüssiglack nachbehandelt werden.

[ Tipps & Tricks ]